Wie arbeitet eigentlich das Europäische Parlament? Wie hat sich die politische Debattenkultur in den letzten Jahren verändert – und was bedeutet der zunehmende Einfluss europakritischer Parteien für die Zusammenarbeit in der EU? Mit solchen Fragen im Gepäck machten sich Schülerinnen und Schüler unseres Europakurses der Jahrgangsstufe 10 sowie der SoWi-Kurse der EF und Q1 am 3. März 2026 auf den Weg nach Brüssel.
Dort trafen unsere Schülerinnen und Schüler Sabine Verheyen, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Mitglied der CDU, die sich Zeit für ein Gespräch nahm. Im Austausch ging es unter anderem um die Debattenkultur im Europäischen Parlament – und darum, wie politische Diskussionen heute nicht nur im Plenarsaal, sondern auch in der Öffentlichkeit und in sozialen Medien geführt werden. Ein weiteres Thema war der wachsende Einfluss populistischer und europakritischer Parteien in der EU sowie die Veränderungen der parlamentarischen Arbeit seit der Europawahl 2024 und den damit verbundenen neuen Mehrheitsverhältnissen.
Besonders spannend für die Schülerinnen und Schüler war der persönliche Blick von Frau Verheyen auf ihre politische Laufbahn. Sie berichtete über ihre frühere Tätigkeit als Bürgermeisterin der Stadt Aachen und verglich diese mit ihrer heutigen Arbeit als Europaabgeordnete. Dabei wurde deutlich, dass sich viele politische Herausforderungen ähneln, auch wenn die Ebene inzwischen deutlich größer geworden ist.
Im Anschluss an das Gespräch besuchte die Gruppe noch das Haus der Europäischen Geschichte für eine Führung. In diesem Rahmen konnten die Schülerinnen und Schüler die Entwicklung Europas aus einer bewusst europäischen Perspektive kennenlernen, ein Ansatz, der sich von den eher national geprägten Darstellungen vieler nationalstaatlicher Museen unterscheidet. Die Ausstellung machte anschaulich, wie sich die europäische Integration über viele Jahrzehnte entwickelt hat und welche historischen Erfahrungen hinter der heutigen Europäischen Union stehen.
Matthias Held



