Ni hao Jinhua!
Zwischen Ende März und Anfang April hatte unsere aus 19 Schülerinnen und Schülern bestehende Gruppe vom Gymnasium am Wirteltor und dem Stiftischen Gymnasium die Möglichkeit, für insgesamt elf Tage nach China zu reisen. Dort erhielten wir unmittelbare Einblicke in den Alltag unserer Austauschpartnerinnen und -partner und konnten deren kulturelles Umfeld intensiv erleben.
Bereits die Anreise vermittelte uns erste Eindrücke und ließ erahnen, was uns erwarten würde: Nach rund 25 anstrengenden Reisestunden – mit Start am Dürener Bahnhof, Zwischenstopps an den Flughäfen Düsseldorf, Wien und Shanghai sowie einer anschließenden Busfahrt – erreichten wir zunächst ein Hotel in Shanghai. Am darauffolgenden Tag setzten wir unsere Reise mit einem zweistündigen Schnellzugtransfer fort, bis wir schließlich an der Jinhua Foreign Language School ankamen. Dort wurden wir ausgesprochen herzlich begrüßt, und es kam zu einem ersten persönlichen Kennenlernen mit unseren Austauschpartnern. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen in den Gastfamilien, bei dem wir sowohl die große Offenheit und Gastfreundschaft als auch neue kulinarische Eindrücke kennenlernen durften. Der Empfang war sehr herzlich und unsere chinesischen Gastfamilien sehr aufgeschlossen. Während unseres Aufenthalts wurden wir nicht nur bestens versorgt, sondern auch mit zahlreichen Geschenken bedacht, so dass einige von uns im Laufe der Reise zusätzlichen Platz im Gepäck schaffen mussten. Insgesamt waren unsere Gastgeber stets zuvorkommend und stets bemüht, uns jederzeit mit allem zu versorgen, was wir benötigten.
Besonders die Sorge, nicht ausreichend zu essen zu bekommen, erwies sich schnell als unbegründet. Im Gegenteil: Großzügige und vielfältige Mahlzeiten gehören fest zur gelebten Gastfreundschaft, und die Speisen waren deutlich sättigender, als wir zunächst angenommen hatten. Aufgrund der vielfältigen Auswahl war für jeden etwas dabei, weshalb die gemeinsamen Abendessen mit den Familien, aber auch das Mittagessen in der Kantine der Schule für jeden sättigend war.
Auch das abwechslungsreiche Programm in und um Jinhua trug dazu bei, die Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln kennenzulernen. So standen unter anderem Besuche bei der Stadtverwaltung sowie in einem historischen Museum auf dem Plan. Trotz des meist eng getakteten Ablaufs ergaben sich glücklicherweise immer wieder kleinere Zeitfenster, in denen wir die Umgebung eigenständig erkunden konnten. Diese freien Momente haben uns viel Freude bereitet – etwa beim Entdecken großer Einkaufszentren und beim Erkunden ihrer vielfältigen Angebote. Darüber hinaus nutzten wir die Gelegenheit, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern vor Ort sportlich aktiv zu werden, etwa beim Basketball- und Volleyballspielen. Ein besonderes Highlight war ein Freundschaftsspiel gegen die Schulmannschaft, das wir für uns entscheiden konnten.
Diese lockeren Begegnungen unterschieden sich deutlich vom schulischen Alltag unserer Austauschpartner, der sehr stark strukturiert ist und sogar samstags bis 17:00 Uhr Unterricht umfasst, gefolgt von mehrstündigen Hausaufgabenphasen. Gerade deshalb war es für uns besonders wertvoll, die Schülerinnen und Schüler auch in ungezwungenen Momenten kennenzulernen.
Da unsere gemeinsame Zeit leider eher begrenzt war, gewannen vor allem die Abende an Bedeutung, die wir intensiv nutzten, um zusammen weitere Orte zu entdecken und gemeinsame Erinnerungen zu schaffen. Auch gemeinsame Spaziergänge mit unseren Austauschpartnern durch die nächtlichen Straßen von Jinhua gehörten zu den besonders schönen Erlebnissen und schufen eine ganz besondere Atmosphäre. Ein kultureller Höhepunkt war der „Abend der Freundschaft“ in der Oper von Jinhua, bei dem wir eindrucksvolle Akrobatik sowie für uns ungewohnte musikalische Darbietungen erleben konnten. Überraschend wurden auch wir gebeten, kurzfristig selbst einen Beitrag zu leisten, den wir mit dem Lied „Echte Fründe“ gestalteten, der unsere neu entstandene Verbundenheit und Freundschaft zum Ausdruck bringen sollte. Der Abschied am Ende der ersten Woche fiel entsprechend schwer und war von großer Emotionalität geprägt, insbesondere auf Seiten unserer Austauschpartner.
Im Anschluss führte uns der zweite Teil der Reise erneut nach Shanghai, wo wir bereits zu Beginn übernachtet hatten. In den letzten beiden Tagen unserer insgesamt elftägigen Reise beeindruckte uns die Metropole mit ihrer enormen Dimension, einer beeindruckenden Skyline, einem kreativen Künstlerviertel sowie weitläufigen Einkaufszentren. Für uns persönlich war es ein besonderer Moment, die weltberühmte Skyline von Shanghai bei Nacht mit eigenen Augen zu sehen – die unzähligen Lichter und die einzigartige Atmosphäre haben uns stark beeindruckt und werden uns lange in Erinnerung bleiben.
Auch wenn dieser Abschnitt viele eindrucksvolle Erlebnisse bot, bleibt insbesondere der persönliche Austausch mit unseren Gastgebern nachhaltig in Erinnerung. Mit großer Vorfreude blicken wir daher auf das Wiedersehen im Sommer und sind sehr dankbar für die Möglichkeit, die chinesische Kultur und Lebensweise so intensiv kennengelernt zu haben.
Luca Neuendorf


